• Norwegen 2015 / 2016

    Ankunft

     

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    Im Dezember 2015/Januar 2016 war ich gespannt auf eine abenteuerliche Reise  in den mir unbekannten Norden. Entspannt führte mein Flug von München nach Oslo, und von dort, nach einem kurzen Aufenthalt, weiter nach Tromsø in Norwegen. Schon in Oslo am Flughafen meinte ich die Ruhe der Menschen wahrnehmen zu können, welche mir während dieser Reise immer wieder besonders aufgefallen ist.

    Spät, im dunkleren  Dunkel des norwegischen Abends, landete ich in Tromsø. Dieser Ort, größte Stadt im Norden Norwegens, 72,000 Einwohner, Universitätsstadt, wirkte im ersten Moment direkt heimatlich mit seinen ruhigen Straßen, fast autofrei zu dieser späten Stunde.

     

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    Ausflüge

     

    In den folgenden Tagen erlebte ich Norwegens unglaublich schöne Natur, Tierwelt und Umgebung bei verschiedenen Ausflügen.

     

     

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    Hundeschlitten

     

    Ein großartiges Erlebnis  war es, bei frisch gefallenem Schnee, im Hundeschlitten durch die Landschaft zu gleiten. Obwohl es zwölf Uhr mittags war, lag wie wohl immer in dieser Jahreszeit ein bläuliches Licht über den Bergen, wie eine andauernde „blaue Stunde“. Die kalte Luft, eine Landschaft im Schnee, das Bellen der Hunde, das Rauschen des Schlittens zusammen mit den Kommandos der Musher war entspannend und erholsam .

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    Am meisten berührte mich aber das außerordentlich menschenfreundliche Verhalten der Huskys an diesem Tag. Jeder von diesen wunderschönen Tieren geht freudvoll und begierig im Schlitten, und lässt sich einen, je nach Hunde- Charakter,  stürmischen oder zurückhaltenden Kontakt zum Menschen nicht entgehen. Noch lange hätte ich dort im Villmarkssenter  mit den Hunden weiterkuscheln können, wenn nicht die Zeit begrenzt gewesen wäre.

     

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     Nordlichter

     

    Die Polarlichter, eine mysteriöse und gleichzeitig wunderbare Erscheinung am Himmel. Ein weißes, leicht grünliches Licht, dass im Dunklen langsam erscheint, Streifen und Wirbel und verschiedene  Formen bildet, um dann wieder langsam zu verblassen. Trotz der Kälte konnte ich mich kaum losreißen von dem einzigartigen  Schauspiel der Dunkelheit.

     

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    Gleich zweimal jagte ich in diesem Urlaub den Nordlichtern mit  nach. Beim ersten Ausflug mit Polaradventures  waren nicht viele Lichter zu sehen, aber unsere Begleiter, vor allem Marlene, sorgte immer mit Heiterkeit, heißer Schokolade und Tee, sowie lustigen und interessanten Geschichten für gute Stimmung unter den Teilnehmern.

    Beim zweiten Mal wurde die Geduld belohnt. Schon während der Fahrt sichteten wir die Northern Lights. Zunächst wechselten wir die Standorte mehrmals. Dann wurde eine kleine Feuerstelle eingerichtet und wir verbrachten einige Stunden in der dunklen Stille, immer hin und herwechselnd zwischen Kamera und Lagerfeuer, welches unsere einzige Wärme und Lichtquelle war.

     

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    Wale

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    An diesem Tag, beinahe hätte ich verschlafen, kam ich fast als letztes zum im Hafen liegenden Kutter, der uns zu den Walen bringen sollte. Dichtgedrängt saßen einige Mitfahrer im Boot unter Deck, und ich dachte mir, die danebenliegende Motorjacht wäre jetzt ja auch nicht so schlecht. Ich habe aber nichts gegen alte Kutter, ich mag diese sehr. Anscheinend war es dann doch zu voll, also mussten sechs Mann wieder aussteigen. Diese fünf Leute und ich durften dann tatsächlich in das Nachbarboot einsteigen. Die Waltour begann also  sehr angenehm in einer Sitzecke  mit heißem  Kaffee, Keksen und guter Sicht auf dem Oberdeck.

     

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    Es dauerte erstaunlicherweise gar nicht lange, da sichteten wir eine Buckelwalfamilie. Diese riesigen schweren Walkörper, die träge durch das Wasser gleiten, abtauchen und plötzlich an anderer Stelle wieder eine Wasserfontäne ausstoßen, erscheinen einem sehr mächtig und ich hatte das Gefühl es ist gut, wenn sie freundlich bleiben.

     

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    Von oben an Deck sahich mehrmals die mächtigen Flipper und Fluke aus und in das Fijordwasser eintauchen und konnte diesen Moment auch mit der Kamera einfangen. Später begleiteten wir eine Schule von Orcas, die etwas flinker ,kleiner und beweglicher als die Buckelwale vor und hinter unserm Boot herschwommen.

     

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    Es war doch ziemlich kalt an Deck, so dass wir durchfroren aber beeindruckt nach drei Stunden  heim schipperten.

     

     Johan und die Rentiere

     

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    Für mich die faszinierende Person dieser Reise war Johan Isak Turi Oskal, ein Rentierhirte. Ich besuchte seine Tromsoarticreendeerfarm in der in der nähe von Tromsø mit einer kleinen Gruppe. An diesem Tag war es minus fünfzehn Grad kalt. Ich erinnere mich noch daran, dass mir die Kamera trotz Handschuhen fast aus der Hand fiel vor Kälte.

     

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    Zunächst durften wir die Rentiere füttern und ich schoss einige Fotos, wurde aber öfter von einer netten weißen Renkuh daran gehindert, weil sie mir sozusagen in das Bild hinein lief oder mal an mir schnupperte. Ein paar Fotos wurden es dann doch.

     

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    Schließlich saßen wir im wärmenden  Zelt mit Kaffee und Rentiereintopf gemütlich am Feuer und Johan begann zu erzählen.

     

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    Mit seiner ruhigen, ausgeglichenen Art konnte ich ihm  gut zuhören, und war sehr interessiert an dem, was er zu erzählen hatte über die Lebensweise und Geschichte seines Volkes. Die Art und Weise seines Vortrages zeigte ein wirklich persönliches Anliegen  Johans, den Menschen seine Kultur nahe zubringen. Am aller-schönsten  war  jedoch der Moment, als er begann den Joik zu singen. Da blickte man ihm direkt in seine Sami-Seele, so erschien es mir.

    Lieber Johan, du bist eine großartige Person möchte man da sagen.

     

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     Polaria

     

    Im Polaria, das Gebäude ist Eisschollen nachempfunden,  bekam ich einen kleinen Einblick in die Natur und Tierwelt der Arktis. Dort wurden in einer kleinen , netten Show auch die Bartrobben gefüttert. So eine Bartrobbe, eine kleine, wiegt etwa so viel wie ich.

     

     Kulinarik

     

    So viel Kälte und Ausflüge führen unweigerlich zu ebenfalls großem Hunger, wie ich feststellen musste. Das Egons in Tromsø wurde deshalb zum täglichen Ort des Energiertankens in Form von köstlichem Essen. Besonders die Gerichte mit gebratenem Speck haben es mir angetan. Kälte verbinde ich seit diesem Urlaub auch mit diesem.